Der Bau entstand in den Jahren 1510-12 unter dem Widmungsnamen des heiligen Stephanus. Er ist Pedro Fernández de Córdoba zu verdanken, dem ersten Marqués de Priego. Beendet wurde der Bau jedoch erst 1548. Im XVIII. Jahrhundert wurde die spätgotische bzw. Mudéjar-Kirche unter der Aufsicht von Jerónimo Sánchez de Rueda und danach Juan de Dios Santaella in eine Barockkirche umgewandelt. Vom ursprünglichen Bau ist praktisch nur noch die Hallenkirche erhalten. Die Renovierungsarbeiten begannen 1712. Man wollte genauso vorgehen wie bei der Iglesia de la Asunción: Kreuzgratgewölbe, Kuppel mit Stichkappen und üppige Barockverzierungen aus Gips.

Das Hauptaltarbild stammt von Juan de Dios Santaella und wurde 1781 fertiggestellt. Es besteht aus einer Bank, einer ersten horizontalen Ebene mit Mauernischen, in denen sich Franziskanerheilige befinden und einem Heiligenschrein in der Mitte, der ein Bild der Unbefleckten zeigt, das mit dem Kreis der Mora in Verbindung gebracht wird. Der kurvenförmige obere Abschnitt hat eine zentrale Mauernische mit dem Bild des heiligen Stephanus. Das Bild ist mit einer Rokokoschnitzerei überzogen.

Die Kapelle des Jesús Nazareno ist eines der Barockschmuckstücke von Priego de Córdoba. Jerónimo Sánchez de Rueda und Juan de Dios Santaella begannen 1731 mit dem Bau. Die Kapelle hat eine sechseckige Grundfläche und eine Ansicht mit großen Mauernischen, einer Balkonfront und darüber Fenster, durch die Licht hineinfällt. Die Gipsverzierungen sind vergoldet. Das Altarbild entstand um 1760 in mehreren Phasen über dem ursprünglichen Tabernakel und stammt von Santaella. Die zweite horizontale Ebene entstand 1790 und ist das Werk von Francisco Javier Pedrajas. Hervorzuheben ist das Medaillon der Dornenkrönung in der Mitte, vermutlich ein Werk von Remigio del Mármol. Der Heiligenschrein hat eine oktogonale Grundfläche und eine Kuppel mit Stichkappen und Fenstern. Er ist das Werk von Pedrajas und stammt aus dem Jahr 1788. 1928 renovierte der Bildhauer Garnelo die Kapelle. Sie wurde mit Marmor, Skulpturen und Reliefs überzogen. Von der ursprünglichen Dekoration ist nur noch die der Kuppel erhalten. In ihr wird das Bild des Jesús Nazareno verehrt. Es stammt aus dem Jahr 1592 und wird Pablo de Rojas aus Granada zugeschrieben. Bei dem Bild handelt es sich um eine Schnitzerei. Im XVIII. Jahrhundert wurde es jedoch verkleidet. In dieser Zeit erhielt es auch eine Naturhaarperücke, wodurch es realistischer wirkt.

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